Fatales Urteil im Bereich Urheberrechtsverletzung von verlinkten Inhalten

Das Landgericht Hamburg, durchaus nicht selten für „interessante“ Urteile bekannt, hat abermals eine richtungsweisende Entscheidung getroffen.

Laut des Urteils der Richter sind Betreiber einer Webseite verpflichtet beim Setzen von Links auf andere Webseiten, selbige auf Urheberrechtsverletzungen aktiv zu prüfen. Dabei genügt es nicht, sich beim Anbieter der verlinkenden Webseite eine Bestätigung für das rechtskonforme Handeln einzuholen, zudem genügt es nicht, die reine Zielseite auf Verletzungen in Bezug auf das Urheberrecht zu untersuchen. Das Urteil ist durch fehlende Präzisierung auch dahingehend auszulegen, dass die gesamte Webpräsenz (d.h. inklusive aller Unterseiten) dieser Prüfung unterzogen werden soll. Faktisch ist dies auf vielen Internetpräsenzen ein Aufwand, der in keinem Verhältnis steht und bei großen Portalen gar unmöglich umzusetzen ist.

Es stellt sich also die Frage, was dieses Urteil in der Praxis für Auswirkungen für die „Linkmentalität“ und generell für die Rechtssicherheit im Netz hat. Wir können nur hoffen, dass diese Entscheidung eine kurze Haltbarkeit genießt und zu Gunsten einer sinnvolleren und praxistauglicheren Lösung gekippt wird.

Vertiefende Informationen finden Sie z.B. auf den Seiten der Kollegen
von MobileGeeks

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